Varianten der Berufsunfähigkeitsversicherung

In der Praxis gibt es im Großen und Ganzen mit der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) und der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung in Kombination mit anderen Versicherungen (BUZ) zwei Varianten zur Absicherung des Risikos der Berufsunfähigkeit.

Inhalt:

  1. Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU, BU)
  2. Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)
  3. Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU, BU) wird eigenständig und unabhängig von einer anderen Versicherung abgeschlossen, um sich damit ausschließlich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit abzusichern. Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) wird in Kombination mit einer anderen Hauptversicherung abgeschlossen, oft verbunden mit einer Kapital-Lebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung.

1. Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU, BU)

Die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU, BU) wird eigenständig und unabhängig von einer anderen Versicherung abgeschlossen, um sich damit ausschließlich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit abzusichern. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente orientiert sich in erster Linie an der Höhe der Versorgungslücke.

2. Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ)

Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) wird dagegen in der Regel in Kombination mit anderen Versicherungen abgeschlossen, wobei in erster Linie mit folgende Hauptversicherungen kombiniert wird:

  • Risiko-Lebensversicherung,
  • Private Rentenversicherung oder
  • Private Kapital-Lebensversicherung.

Die Hauptleistung der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) besteht darin, den Versicherten im Falle einer Berufsunfähigkeit von der Pflicht zur Entrichtung der Beiträge zur Hauptversicherung sowie zur Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) selbst zu befreien. Die weiteren Beiträge zur Hauptversicherung übernimmt in diesem Fall die abgeschlossene Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ). Das Ziel der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) beschränkt sich hier auf die Absicherung der Altersvorsorge. Nicht geschützt ist jedoch das aktuelle Auskommen im Falle einer Berufsunfähigkeit. Dies muss also zusätzlich abgesichert werden, falls erwünscht.

3. Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Vollwertige Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es nicht, aber es gibt zumindest folgende Versicherungen, die in gewissen Konstellationen eine Absicherung bieten.

  • Private Erwerbsunfähigkeitsversicherung,
  • Dread-Disease-Versicherung oder
  • Private Unfallversicherung.

Wie die gesetzliche Rentenversicherung leistet die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur bei echter Erwerbsunfähigkeit, also dann, wenn der Betroffene aufgrund eines sehr schlechten Gesundheitszustandes überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann. Das geht über den Fall der Berufsunfähigkeit weit hinaus und kommt daher sehr selten vor. Sinnvoll ist ein privater Erwerbsunfähigkeitsschutz allenfalls für Menschen in der Ausbildung und somit ohne konkreten Beruf. Eine Umwandlung in eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte hier möglich sein, wobei auch hier auf gefährliche Klauseln in den Versicherungsbedingungen zu achten ist.

Die Private Dread-Disease-Versicherung schützt bei konkreten schweren Krankheiten. Günstige Tarife zahlen nur bei den wichtigsten Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Erblindung oder Sprachverlust. Eine umfassende Dread-Disease-Versicherung leistet auch bei selteneren Gesundheitsstörungen wie Bauchspeicheldrüsenentzündung, Multipler Sklerose, chronischer Muskelschwäche, nach Organtransplantationen, schweren Verbrennungen und Bypassoperationen. Mit der richtigen Dread Disease Versicherung kann man bis zu 40 Krankheiten versichern. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt sofort eine vereinbarte Versicherungssumme, sobald die versicherte Krankheit diagnostiziert wird. Der Eintritt einer Berufsunfähigkeit infolge der Krankheit ist nicht Voraussetzung.

Die private Unfallversicherung zahlt bei Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls einen Einmalbetrag, dessen Höhe vom Grad der zurückbleibenden Behinderung abhängig ist. Es kommt nicht darauf an, ob man berufsunfähig ist oder wird. Individuell kann anstatt der Einmalzahlung auch eine lebenslange Unfallrente vereinbart werden. Die Unfallversicherung gibt es schon für einen wesentlich geringeren Beitrag als eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Beachten Sie jedoch, dass 90 % aller Fälle einer Berufsunfäigkeit auf eine Krankheit zurückgehen und nicht auf einem Unfall beruhen. Die Unfallversicherung kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung daher nicht ersetzen, allenfalls ergänzen.

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