Künstlersozialversicherung

Mit der Künstlersozialversicherung erhielten selbständige Künstler und Publizisten sowie ihre Familien eine soziale Absicherung im Krankheitsfall und im Alter. Mit dem Inkrafttreten des KSVG zum 01.01.1983 (Künstlersozialversicherungsgesetz) wurde hierzu die Künstlersozialkasse ins Leben gerufen. Die Finanzierung erfolgt insbesondere durch Unternehmen, die Künstler bzw. Publizisten beauftragen.

Inhalt:

  1. Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG)
  2. Wie kommt man in die Künstlersozialversicherung?
  3. Voraussetzungen für die Aufnahme in die Künstlersozialversicherung
  4. Leistungen der Künstlersozialversicherung
  5. Was kostet eine Künstlersozialversicherung?
  6. Familienmitversicherung in der Künstlersozialversicherung
  7. Ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich?
  8. Versicherung auch als GbR-Gesellschafter
  9. Für Künstler oder Publizisten
  10. Beginn der Künstlersozialversicherung
  11. Antrag bei der Künstlersozialversicherung
  12. Dauer des Prüfungsverfahrens
  13. Befreiung von der Rentenversicherung
  14. Möglichkeit einer privaten Krankenversicherung
  15. Wechsel zur gesetzlichen Kranken-/Pflegeversicherung
  16. Ist ein Nebenjob möglich?

1. Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG)

Ursprünglich erfolgte die Finanzierung der Künstlersozialversicherung in erster Linie durch die Unternehmen der Kulturwirtschaft und Kultureinrichtungen. Nach einer Klage vieler Verleger, Galeristen und Tonträgerhersteller beim Bundesverfassungsgericht hat dieses in seinem Urteil vom 08.04.1987 festgestellt, dass das KSVG verfassungskonform und die Zahlungspflicht der Verwerter künstlerischer und publizistischer Leistungen mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Gleichzeitig gab es die Auflage an den Gesetzgeber, den Kreis der abgabepflichtigen Verwerter zu erweitern. Die Änderung des KSVG erfolgte im Jahr 1987 dahingehend, dass nunmehr auch Unternehmen in das System der Künstlersozialversicherung einbezogen werden, die zum Zwecke der Eigenwerbung Aufträge an selbstständige Künstler und Publizisten vergeben. In 1989 wurde das KSVG nochmals erweitert mit dem Ziel, auch solche Unternehmen in das System der Künstlersozialversicherung einzubeziehen, die mehr als gelegentlich künstlerische oder publizistische Leistungen in Anspruch nehmen. Damit waren alle Verwertungsunternehmen in dem Finanzierungssystem der Künstlersozialversicherung erfasst, die regelmäßig Aufträge an selbstständige Künstler und Publizisten erteilen.

2. Wie kommt man in die Künstlersozialversicherung?

Ausreichend ist ein Antrag auf Prüfung der Versicherungspflicht bei der zuständigen Künstlersozialkasse. Hier gibt es Informationsmaterial für Künstler.

3. Voraussetzungen für die Aufnahme in die Künstlersozialversicherung?

Voraussetzung für die Aufnahme in die Künstlersozialversicherung ist die Ausübung einer auf Dauer angelegten selbständigen künstlerischen und/oder publizistischen Tätigkeit in erwerbsmäßigem Umfang. Das heißt, dass die Einkünfte aus der künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit ausreichend sind für den Lebensunterhalt und diese Tätigkeit nicht nur von vorübergehender Natur ist.

4. Leistungen der Künstersozialversicherung

Eine Versicherung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) beinhaltet eine gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Beiträge werden nach dem erzielten Einkommen berechnet. Dieser Beitrag wird durch die Künstlersozialversicherung "aufgestockt" und dann an die zuständigen Leistungsträger (Rentenversicherung und Krankenkasse) weitergeleitet. Für die Erbringung der eigentlichen Sozialversicherungsleistungen ist die gewählte Krankenkasse bzw. der Rentenversicherungsträger zuständig. Die Künstlersozialkasse selbst erbringt diese Leistungen nicht.

5. Kosten der Künstlersozialversicherung

Die Kosten einer Versicherung durch die Künstlersozialkasse ist in erster Linie vom Einkommen abhängig. Entscheidend ist aber auch der Beitragssatz der Krankenkasse und der gesetzlich festgelegte Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung. Konkrete Aussagen über die Höhe der Beiträge zur Künstlersozialversicherung sind daher nicht möglich.

6. Familienmitversicherung

Wenn Künstler oder Publizisten über die Künstlersozialversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, bestehen dieselben Leistungsansprüche wie bei einem Arbeitnehmer. Ehepartner und Kinder können also eine kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhalten.

7. Künstlersozialversicherung und Gewerbeanmeldung

Eine Gewerbeanmeldung ist weder Voraussetzung noch Ausschlussgrund für die Künstlersozialversicherung.

8. Versicherung als GbR-Gesellschafter

Die Beteiligung an einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) steht einer Versicherung in der Künstlersozialkasse nicht entgegen.

9. Künstler oder Publizisten

Künstler im Sinne des KSVG ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne des KSVG ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt. Es handelt sich hier jedoch um keine abschließende Aufzählung. In jedem Fall ist im Hiblick auf die Künstlersozialversicherung eine Einzelfallprüfung erforderlich.

10. Beginn der Künstlersozialversicherung

Der Beginn der Versicherungspflicht hängt vom Zeitpunkt der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit ab. Die Künstlersozialversicherung beginnt jedoch frühestens mit dem Tag der Meldung bei der Künstlersozialkasse.

11. Antrag bei der Künstlersozialkasse

Aussagekräftige Unterlagen zur Prüfung der Versicherungspflicht (z. B. Rechnungen mit Nachweis des Geldeingangs, Kopien von Verträgen, Auftragsbestätigungen etc.) können auch im Laufe des Feststellungsverfahrens bei der Künstlersozialkasse nachgereicht werden. Es ist daher nicht zwingend erforderlich, dass Sie bereits bei Antragstellung vollständige Aufträge abgeschlossen haben.

12. Prüfungsverfahren

Konkrete Aussagen über die Dauer der Prüfung des Antrags durch die Künstlersozialkasse sind nicht möglich. Während des Prüfungszeitraums sollte die bisherige Krankenversicherung aufrechterhalten werden. Bei einer freiwilligen Kranken- und Pflegeversicherung werden die entrichteten Beiträge nach entsprechendem Versicherungsbeginn von der Krankenkasse erstattet. Grundlage ist der Feststellungsbescheid der Künstlersozialkasse.

13. Befreiung von der Rentenversicherung

Die Rentenversicherung nach dem KSVG ist eine Pflichtversicherung. Eine Befreiung ist nicht möglich.

14. Private Krankenversicherung

Eine Befreiung von der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

15. Wechsel zur gesetzlichen Kranken-/Pflegeversicherung

In den meisten Fällen ist ein Wechsel möglich. Hierzu lesen Sie bitte das Infoblatt "Wahl der gesetzlichen Krankenkasse".

16. Nebenjob

Ein Nebenjob ist grundsätzlich möglich. Lesen Sie hierzu auch das Informationsblatt "Versicherung bei der KSK trotz Nebenjob".

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