Die Pflicht zur Steueranmeldung

Unternehmen sowie selbständige Unternehmer und Freiberufler unterliegen in bestimmten Konstellationen diversen Pflichten zur fristgerechten Steueranmeldung und Zahlung während eines Wirtschaftsjahres, insbesondere im Rahmen der Umsatzsteuer und Lohnsteuer.

Inhalt:

  1. Pflichten zur Steueranmeldung
  2. Umsatzsteuervoranmeldungen
  3. Lohnsteueranmeldungen

1. Pflichten zur Steueranmeldung

Für Unternehmer sowie selbständige Unternehmer und Freiberufler bestehen in gewissen Konstellationen diverse Pflichten, schon während des Wirtschaftsjahres regelmäßig (monatlich oder quartalsweise) eine Steueranmeldung im Wege der elektronischen Übersendung an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.

2. Umsatzsteuervoranmeldungen

Im Rahmen der Umsatzsteuer muss ein selbständiger Unternehmer oder Freiberufler mit steuerpflichtigen Umsätzen gem. § 18 Abs. 1 UStG nach Ablauf eines Voranmeldungszeitraums auf elektronischem Wege eine regelmäßig wiederkehrende Umsatzsteuervoranmeldung an das zuständige Finanzamt übermitteln. Auf Antrag ist zur Vermeidung von unbilligen Härten ein Verzicht auf die elektronische Übermittlung möglich.

In den Umsatzsteuervoranmeldungen berechnet der Unternehmer die zu zahlende Umsatzsteuer selbst und führt die errechnete Steuerschuld zu festgelegten Terminen als Vorauszahlung an das Finanzamt ab. Die Vorauszahlung ist 10 Tage nach Ende des jeweiligen Voranmeldungszeitraums (Monat, Quartal oder Jahr) fällig, also am 10. des folgenden Monats oder nach Ablauf eines Quartals, also z.B.

  • spätestens am 10. August für die Umsatzsteuervoranmeldung Juli oder
  • spätestens am 10. Oktober für die Umsatzsteuervoranmeldung für das 3. Quartal.

Eine Verlängerung der Abgabefrist ist mittels eines Antrages auf Dauerfristverlängerung durch eine entsprechende Sondervorauszahlung (= 1/11 der Vorauszahlungen des Vorjahres) zu Beginn des Wirtschaftsjahres möglich.

Welche Abgabefristen im Einzelnen gelten, richtet sich nach der Höhe der Umsatzsteuerschuld im Vorjahr. 

  • Summe der gezahlten Umsatzsteuervorauszahlungen im Vorjahr bis EUR 1.000,00: Pflicht zur jährlichen Umsatzsteuererklärung.
  • Summe der gezahlten Umsatzsteuervorauszahlungen im Vorjahr bis EUR 7.500,00: Pflicht zur vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung und Zahlung der Umsatzsteuerschuld ans Finanzamt bis
    • 10.01.
    • 10.04.
    • 10.07.
    • 10.10 des laufenden Wirtschajftsjahres.
  • Summe der gezahlten Umsatzsteuervorauszahlungen im Vorjahr höher als EUR 7.500,00: Pflicht zur monatlichem Umsatzsteuervoranmeldung und Zahlung der Umsatzsteuerschuld.

Beispiel: Unternehmer XY ist zur monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung und Zahlung verpflichtet. Er muss die Steuervoranmeldung für den Monat Januar unter Nutzung der amtlichen Vordrucke bis spätestens 10. Februar im Wege der elektronischen Übermittlung beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Existenzgründer und neu gegründete Unternehmen ohne entsprechende Zahlen sind in den ersten beiden Geschäftsjahren verpflichtet, eine Umsatzsteuervoranmeldung für jeden Kalendermonat zu übermitteln. Übersteigt die Summe der monatlichen bzw. vierteljährlichen Umsatzsteuervorauszahlungen den in § 18 Abs. 2 UStG definierten Betrag, muss die Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldungen und die entsprechende Vorauszahlung (weiterhin) monatlich erfolgen. Wird die in § 18 Abs. 2 UStG bezifferte Schwelle dann unterschritten, verlängert sich der Voranmeldungszeitraum auf ein Kalendervierteljahr (= Quartal). Betrug die Summe der gezahlten Umsatzsteuervorauszahlungen für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als EUR 1.000,00, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung zur Abgabe der Voranmeldungen und Entrichtung der Vorauszahlungen ganz befreien.

3. Lohnsteueranmeldungen

Beschäftigt das Unternehmen bzw. der selbständige Unternehmer oder Freiberufler eigene Mitarbeiter, ist die von den Gehältern bzw. Löhnen einzubehaltende Lohnsteuer, Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag im Rahmen von Lohnsteueranmeldungen ebenfalls auf elektronischem Weg beim zuständigen Finanzamt anzumelden und abzuführen.

Voranmeldungszeitraum und Fälligkeit der abzuführenden Lohnsteuer (incl. SolZ und Kirchensteuer) ergeben sich gem. § 41a Abs. 1 EStG aus folgender Übersicht:

  • Summe der Lohnsteuer im Vorjahr bis EUR 1.000,00: Jährliche Anmeldung und Zahlung der Lohnsteuer bis zum 10.01. des Folgejahres;
  • Summe der Lohnsteuer im Vorjahr höher als EUR 1.000,00: Vierteljährliche Anmeldung und Zahlung der Lohnsteuer bis
    • 10.01
    • 10.04.
    • 10.07.
    • 10.10 des laufenden Jahres.
  • Summe der Lohnsteuer im Vorjahr größer EUR 4.000,00: Monatliche Anmeldung und Zahlung der Lohnsteuer bis zum 10. des Folgemonats.

Ist der 10. kein Arbeitstag, so ist die Lohnsteueranmeldung auch noch fristgerecht eingereicht, wenn sie am nächsten Arbeitstag beim Finanzamt eingeht.

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