Alternativen zum Bankkredit

Die klassische Finanzierung mittels Bankkredit war für Existenzgründer, selbständige Freiberufler und junge Unternehmer schon in der Vergangenheit schwierig. Diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren leider nicht verbessert, eher verschlechtert. Umso wichtiger ist es, die Alternativen zur zum klassischen Bankkredit zu kennen.

Inhalt:

  1. Kredite für selbständige Unternehmer oder Freiberufler
  2. Finanzierung mittels Bankkredit
  3. Leasing statt Kauf
  4. Lieferantenkredit
  5. Mezzanine Finanzierung
  6. Wagnis- bzw. Risikokapital (Private Equity)

1. Kredite für selbständige Unternehmer oder Freiberufler

Existenzgründer und junge Unternehmer müssen leider früh die Lektion lernen, dass nur wenige Banken ein Kredit für diese Personengruppen anbieten. Die klassische Finanzierung mittels Bankkredit ist heutzutage mit allerlei Hürden und Barrieren verbunden, um nicht zu sagen, außer Reichweite. Existenzgründer bzw. junge Unternehmer oder Freiberufler ohne zuverlässige Gewinnermittlungen bzw. Jahresabschlüsse (oder zumindest betriebswirtschaftliche Unterlagen zur Vermögens- und Ertragslage) für die letzen 3 Jahre sind mehr oder weniger abgeschnitten vom klassischen Bankkredit. Das Gleiche gilt für Unternehmen in der Krise, deren aktuelle Zahlen aus dem Rechnungswesen nicht gerade vorbildlich aussehen. Das Münchner IFO Institut hat nach einer Umfrage ermittelt, dass etwa 40% der befragten Unternehmen mit einer restriktiven Kreditvergabe ihrer Hausbank konfrontiert sind. Die Kenntnis alternativer Möglichkeiten zur Finanzierung der Existenzgründung, des Wachstums oder bestimmter Investitionen ist daher unverzichtbar.

2. Finanzierung mittels Bankkredit

Der Bankkredit ist nach wie vor das klassische Instrument für Freiberufler sowie kleine und mittelständische Unternehmen zur Finanzierung des Anlagevermögens und Umlaufvermögens. In Deutschland wird der Finanzierungsbedarf der Unternehmen in der Regel durch einen Bankkredit gedeckt, der vor allem dann geeignet ist, wenn es um die Finanzierung langfristiger Investitionen geht, die für den Bestand oder das Wachstum des Unternehmens unbedingt notwendig sind. Der große Vorteil des Bankkredits ist dessen flexible Anpassung an die individuelle Situation des Unternehmens, sowohl aus Sicht der Bank als auch aus Sicht des Unternehmens. Die Nachteile des Bankkredits habe ich bereits oben angesprochen. Diese liegen vor allem beim zunehmenden Aufwand hinsichtlich der Dokumentation bezüglich der Liquidität und der Sicherheiten. Gerade angeschlagene Unternehmen mit Finanzierungsschwierigkeiten zahlen hohe Aufschläge wegen schlechter Bonität.

3. Leasing statt Kauf

Die Finanzierung mittels Leasing ist dadurch gekennzeichnet, dass der Leasingnehmer (Unternehmen) ein Investitionsgut vom Leasinggeber (Leasinggesellschaft) für eine bestimmte Zeit "mietet" und dafür eine Leasinggebühr bezahlt. Je nach Art des Leasingvertrages kann der Leasingnehmer den Leasinggegenstand zum Ende der Laufzeit zu einem bestimmten Restwert übernehmen. Leasing ist vor allem geeignet bei der Finanzierung hochwertiger Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, insbesondere bei Kfz und teuren Maschinen. Auch die Finanzierung hochwertiger EDV wird häufig über Leasing realisiert. Mittels Finanzierung durch Leasing können Unternehmen wichtige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen oder erneuern, ohne dadurch die liquiden Mittel sofort zu belasten. Die Leasingraten sind fest und daher gut kalkulierbar. Darüber hinaus können die Leasingkosten steuermindernd abgesetzt werden. Bis jetzt ist der Dokumentationsaufwand gegenüber den Leasinggesellschaften deutlich geringer als beim Bankkredit.

4. Lieferantenkredit

Der Lieferantenkredit ist zugegebenermaßen kein echtes Mittel zur Finanzierung von Anlagevermögen oder Umfaufvermögen. Zur Vollständigkeit soll dennoch auf diese Möglichkeit hingewiesen werden. Der Lieferantenkredit ist vor allem dann angesagt, wenn es um die Überbrückung einer kurzfristigen Liquiditätskrise geht. Die Vorteile sind nur von kurzfristiger Natur, aber im Notfall sehr effektiv. Vor allem beim schnellen Weiterverkauf der finanzierten Waren kann ein deutlicher Liquiditätsschub entstehen. Beim Verzicht auf einen Skontoabzug handelt es sich um eine sehr teure Lösung der Finanzierung.

5. Mezzanine-Kapital

Mezzanzine-Kapital ist eine Mischung aus Eigenkapital und Fremdkapital. Die Unternehmen erhalten durch Ausgabe von Genussscheinen, Anleihen oder durch Stille Beteiligungen Eigenkapital, ohne dass die Kapitalgeber Einflussrechte auf das Unternehmen erlangen. Mezzanine-Kapital bietet sich vor allem zur Wachstumsfinanzierung an oder zur Erschließung neuer Märkte. Die Vermögenslage des Unternehmens verbessert sich durch Mezzanine-Kapital deutlich, weil das Kapital in der Bilanz als Eigenkapital verbucht werden kann. Mezzanine-Kapital ist meist teurer und in der Regel nur befristet verfügbar.

6. Wagniskapital (Private Equity)

Mit Wagniskapital bzw. Risikokapital (Private Equity) erhalten Unternehmen Eigenkapital durch Beteiligungsgesellschaften ohne bankübliche Sicherheiten. Diese Alternative der Finanzierung steht in der Regel nur sehr ertrags- oder wachstumsstarken Unternehmen zur Verfügung, bei denen zu wenig oder keine Sicherheiten zur Vergügung stehen, um eine Existenzgrüdung oder Expansion auf andere Weise zu finanzieren. Das zur Verfügung gestellte Beteiligungskapital ist Eigenkapital und verbessert so die Vermögenslage und die Bilanzstruktur des Unternehmens. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen in der Regel auch wichtige Kontakte und Know-How für ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmens. Oft ist das Kapital jedoch gebunden an laufende und aktuelle Dokumentationen der Vermögens- und Ertragslage anhand von betriebswirtschaftlichen Auswertungen oder Mitspracherechte im laufenden Geschäft.

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